Archiv der Kategorie: Aviation Germany

Flugplatz Strausberg/ EDAY – Infrastruktur

Der Verkehrslandeplatz Strausberg (EDAY) befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Strausberg im Landkreis Märkisch-Oderland, etwa 20 km vom östlichen Berliner Stadtrand entfernt. Ab Mitte der 1920er Jahre war Strausberg ein bedeutender Standort des Segelflugsportes, ab Mitte der 1930er Jahre bis zum Kriegsende wurde hier ein Fliegerhorst der Deutschen Luftwaffe betrieben. Bis 1952 durch sowjetische Truppen belegt, war der Flugplatz in der Folgezeit Stationierungsort der Kasernierten Volkspolizei (KVP) Luft, woraus später die Luftstreitkräfte der NVA hervorgingen. Bis 1992 von der Bundeswehr weitergeführt, erhielt der Flugplatz Strausberg 1992 den Status eines Verkehrslandeplatzes (VLP) und diente ab dieser Zeit vorrangig der Geschäfts-, Sport- und Freizeitluftfahrt. 1999 erfolgten durch den Bau eines neuen Towergebäudes, einer weiteren Abstellhalle sowie einer Luftfahrzeugtankstelle. Im gleichen Jahr wurde die Erneuerung der Befeuerungsanlagen der Start- und Landebahn realisiert. In den Jahren der zivilen Nutzung seit 1992 wurden bis 2006 etwa 8 Mio. € in den Erwerb, die Erhaltung und die bisherigen Ausbaumaßnahmen der Flugbetriebsanlagen investiert.

DSC_0181© airport-regional.de 2015

Nach dem gesellschaftlichen Umbruch ab 1990 erfolgten für den Flugplatz Strausberg viele luftrechtliche Änderungen. Die erwähnte Einstufung als VLP erfolgt am 30. Juni 1992 durch Genehmigung als Landeplatz des allgemeinen Verkehrs für die Durchführung von Flügen nach Sichtflugregeln. Anfang 1999 wurde der – aus Zeiten der ehemaligen DDR – bestehende Baubeschränkungsbereich der Klasse B in gleicher Form und Abmessung übernommen. Ebenfalls zu Beginn 1999 wurde die Zulassung der genehmigten Luftfahrzeugarten um Luftschiffe und Flugzeuge bis zu einem zulässigen Höchstabfluggewicht (MTOW) von 8 Tonnen erweitert. Die unbefestigte Segelflugbetriebsfläche darf seit 1999 von Motorflugzeuge bis 2 t MTOW genutzt werden. In 2001 wurden die Flugplatzgrenzen geändert, das Rollbahnsystem erweitert, die ehemalige Gras-SLB 17/35 entwidmet sowie der Baubeschränkungsbereich der Klasse B an das geänderte SLB-System angepasst. Die aktuelle luftrechtliche Genehmigung beruht auf der (alten) RL für die Genehmigung der Anlage und den Betrieb von Landeplätzen für Flugzeuge (NfL I-278/ 68). Die gesamte Flugplatzanlage von Strausberg ist derzeit entsprechend der Parameter für einen Landeplatz nach Klasse 2 genehmigt. Nur die befestigte Haupt-SLB 05/23 entspricht gem. o. g. Richtlinie der Klasse 1. Die Einstufung in Klasse 1 wird nach der Richtlinie NfL I-278/ 68 (gem. Pkt. IV 1.1) dann erreicht, wenn die Länge der SLB mind. 900 m beträgt. Hinzu kommen spezielle Aufschläge für besondere geografische Voraussetzungen auf die theoretische Mindestlänge der SLB am jeweiligen Flugplatz. Die theoretische Berechnung ergibt mit allen spezifischen Aufschlägen für den Standort eine SLB-Länge von 1.070 m. Die Klasse 1 der SLB wird in Strausberg daher erreicht, weil die bestehende SLB eine Länge von 1.200 m aufweist. Die Breite der SLB 05/ 23 beträgt 28 m und entspricht damit der Klasse 2 (für die Einstufung in die Klasse 1 wäre eine Bahnbreite von mind. 30 m erforderlich). Die Tragfähigkeit der SLB sollte bei Einstufung in Klasse 1 für Flugzeuge bis 12.000 t MTOW geeignet sein. Bezüglich Länge und Tragfähigkeit genügt damit die heute bestehende Haupt-SLB den Anforderungen der Klasse 1 gem. alter Richtlinie. Der VLP Strausberg umfasst heute mit allen Flugbetriebsflächen, dem Flugplatz-Gewerbegebiet und zwei weiteren unbebauten Arealen eine Gesamtfläche von ca. 143 ha. Aktuell verfügt der Platz über zwei befestigte Vorfelder. Zum einen am Terminal mit 2 mittelgroßen Standplätzen von jeweils 40 x 50 m. Das zweite Vorfeld bildet das Hallenvorfeld mit Luftfahrzeugstandplätzen und einer Größe von insgesamt 30 x 80 m. Neben den bereits genannten baulichen Anlagen verfügt der Flugplatz über ein modernes Abfertigungsgebäude für Passagiere und Besatzungen, über Diensträume für Luftaufsicht und Mitarbeiter sowie über Konferenz- und Büroräume. Neben zwei großen Einstellhallen befinden sich am östlichen Vorfeld zudem zwei Rundhallen für die Unterbringung von Flugzeugen.

 

Groß Dölln – einst Landebahn für BURAN

Vom einst größten Militärflugplatz Europas zum Fahrsicherheits-Zentrum und Solarpark. Lange galt „Groß-Dölln“ als Synonym einer gigantischen Fliegerbasis der 16. Luftarmee der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD). Zu Beginn der 1950er Jahre nahe der brandenburgischen Kleinstadt Templin in den Weiten der Uckermark errichtet, wurde der Flugplatz bis 1994 von der Westgruppe der Truppen (WGT) als Fliegergarnison genutzt. Jahrzehnte als Stationierungsort für Jagdfliegereinheiten verwendet, wurde der Platz – bis zum Ende der militärischen Nutzung 1994 – zuletzt durch Su-22M4 des 20. Jagdbombenfliegerregimentes der Westgruppe der Truppen belegt. Das beeindruckende am einstigen Flugplatz waren seine gigantischen Dimensionen. Die Haupt-Start- und Landebahn (90/ 270°) hatte eine nahezu unglaubliche Ausdehnung von 3.600 m x 96 m! Zudem hatte allein bereits die Ersatz- Start- und Landebahn (10/ 190°) die Ausmaße eines vollwertigen Militärflugplatzes. Ein Grund für die Erweiterungen der Betriebsflächen in den 1980er Jahren soll die Zielsetzung gewesen sein, den Flugplatz als Ausweichlandeplatz für die geplante sowjetische Raumfähre Buran vorzuhalten. Nach 1994 erfolgte seitens der brandenburgischen Luftfahrtbehörde die Widmung als Sonderlandeplatz (ICAO EDUT), so dass die Nutzungsart Flugplatz – direkt anschließend an die militärische Nutzung – bis dahin nie obsolet wurde. Dies galt bis 2012, als die offizielle Endwidmung als Flugplatz erfolgte. Bis dahin war jedoch die fliegerische Nutzung stets marginal und – bis auf sehr vereinzelte Rundflüge – tatsächlich nahezu nicht existent. Heute werden die Flächen des ehemaligen Flugplatzes als Fahrsicherheitszentrum und Rennstrecke  sowie seit 2012 als Grundlage für einen der größten Solarparks Deutschlands genutzt. Die Aufnahme zeigt die vormalige Start- und Landebahn sowie die Rollwege und Abstellflächen, die heute nahezu vollkommen mit Photovoltaikanlagen überbaut sind.

Templin/ Gross Dölln © airport-regional.de 2015

SXF/ BER – späte Sanierung 07L/ 25R

Ab April 2015 ist erst einmal Ruhe in Schönefeld. Die alte Start- und Landebahn 07L7 25R wird nun saniert. Nach Angaben der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) wird die Grundsanierung der alten Bahn voraussichtlich ab 2. April bis 24. Oktober und damit 7 Monate andauern. Mit der in dieser Zeit geplanten Nutzung der, bisher bis zur offiziellen Inbetriebnahme gesperrten, neuen Start- und Landebahn des künftigen BER müssen auch die bereits gültigen neuen Nachtflugregeln des künftigen Hauptstadtflughafens beachtet werden. Bei Verspätungen ab 23:00 Uhr ab dem 02. April werden damit alle ankommenden Maschinen zu anderen Flughäfen umgeleitet. Anstatt Berlin/ Schönefeld geht’s dann nach Hannover, Leipzig oder Rostock.

BER Terminal

© airport-regional.de 2015

flyBB – neue Kooperation zw. BER und kleineren Flugplätzen

Nach internen vorab-Informationen wird am 04.09.2014 in Berlin-Adlershof eine neue Kooperation zwischen der FBB GmbH (BER) und 11 regionalen Verkehrslandeplätzen im Umland von Berlin bekanntgegeben.

Bereits im Mai diesen Jahres gab am Sonderlandeplatz Neuhardenberg ein erstes offizielles Zusammentreffen zwischen Vertretern des Flughafens Schönefeld/ BER (Hartmut Mehdorn) sowie Akteuren von Verkehrs- und Sonderlandeplätzen aus Brandenburg, bei dem vermutlich Möglichkeiten einer neuen Kooperation diskutiert wurden.

Verkehrslandeplatz EDAZ

Auch der VLP Schönhagen (EDAZ) ist Kooperationsmitglied im neuen Verein flyBB.

© airport-regional.de 2014

SXF Terminal für BER

Die bereits im Februar 2014 erstmals aufgekommene Diskussion um den bestehenden Terminal Schönefeld(-Alt) wird nun auch offiziell geführt. Die Aufsichtsrat-Steuerungsgruppe gab am 12.03.2014 die Freigabe für die Idee der Geschäftsführung FBB, über die Weiterführung der Nutzung des bestehenden Terminals SXF nachzudenken. Tatsächlich ist damit die mögliche Weiterverwendung des alten Terminals als zusätzliche Kapazitätserweiterung für den neuen BER (Terminal) auch in der Öffentlichkeit angekommen.

Hintergrund für die Überlegungen – bzw. die vorab-Ankündigung – ist das prognostizierte, schnelle Erreichen einer Auslastungskapazität von ca. 27 Mio. pax p. a. am neuen Terminal in der aktuellen Ausbaustufe (ohne zusätzliche Satellitentermials). Der bestehende Terminal Schönefeld kann derzeit ca. 8 Mio. Pax bewältigen. Durch eine zusätzliche Nutzung des bestehenden Terminals wäre ein kostengünstige Kapazitätserweiterung zu erreichen, die zudem auch einen zeitlichen Aufschub für evtl. weitere Baumaßnahmen (Satelliten-Terminals) gewähren würde.

SXF_Terminal

© airport-regional.de 2013

BER – Sanierung Nordbahn verschoben

Die Sanierung der aktuellen (Nord-) SLB von SXF/ Schönefeld sollte ursprünglich ab 01.07.2014 beginnen. Laut Mitteilung der Geschäftsführung der FBB/ Hartmut Mehdorn (Pressemeldungen ab 22.02.2014) wird daraus nun vorerst nichts.

Die Erneuerung der SLB wird nun auf März 2015 verschoben. Grund hierfür ist der bisher noch fehlende Schallschutz für die betroffenen Anwohner im Bereich der neuen Süd-SLB. Erst wenn der technische Schallschutz in allen berechtigten Haushalten umgesetzt ist, können auch die neuen Flugrouten von/ zur neuen Südbahn in Kraft gesetzt werden. Da die Vorarbeiten für die Schallschutzmaßnahmen (Gutachten sowie bauliche Realisierungen) bis zum ursprünglichen Termin durch die FBB bzw. beauftragte Ingenieurbüros und Bauunternehmen nicht mehr realisiert werden können, muss damit die Sanierung der alten (Nord-) SLB verschoben werden.

Die planerischen Grundlagen, v. a. Analyse und Auswertung der Bestandssituation der alten (Nord-) SLB von SXF, für die Sanierungsarbeiten wurden seit Mitte 2013 von einem Ingenieurunternehmen aus Nordrhein-Westfalen erstellt. Hierfür wurden zu Beginn 2013 die Bestandsflächen (SLB Nord alt, Apron + Taxiways) durch hochgenauer Messluftbilder erfasst.

BER SLB Süd  Foto c) airport-regional.de, 2013

BER – Projekt „Testbetrieb-Nordpier“ gestoppt

Am 20.02.2014 gibt die FBB durch Pressemeldung bekannt, dass das seit 2012 angekündigte Vorhaben zum geplanten vorgezogenen Praxistest am Nordflügel des BER-Terminals endgültig verworfen wird. Geplant war hier die testweise Nutzung durch Germania. Als Grund für die Beendigung der Überlegungen zum Testbetrieb wird von der FBB Geschäftsführung/ Hartmut Mehdorn mangelnde Unterstützung seitens der drei Gesellschafter angegeben.

Die Baugenehmigung für das neue Gebäude – als nördlicher Seitenflügel des Hauptterminals – wurde bereits Anfang 2008 erteilt und hatte seit dem eine Gültigkeit von 7 Jahren. Die Baugenehmigung für den Zweck der Nutzung als Passagierterminal (Nutzung v. a. für LowCost Airlines) läuft damit regulär 2015 aus.

BER c) airport-regional.de

© airport-regional.de 2013

26 Mio. in Berlin

In 2013 werden in Schönefeld und Tegel so viele Fluggäste wie noch nie abgefertigt, wie die Flughafengesellschaft FBB Ende Dezember bekannt gibt.

Das Passagier-Wachstum ist in Berlin 2013 mit 4 % weiterhin überdurchschnittlich hoch und von allen deutschen Verkehrsflughäfen am größten. An den beiden Standorten Schönefeld und Tegel wurden 2010 ca. 22,3 Mio., in 2011 24 Mio. und in 2012  25,3 Mio. Passagiere abgefertigt.

 

DHL Leipzig-Halle wächst weiter

DHL-Luftfrachtdrehkreuz wächst weiter.

Deutsche Post/ DHL kündigt am 20.12.2013 an, am Standort Leipzig-Halle EDDP in den kommenden 5 Jahren ca. 150 Mio. Euro in die Logistik-Infrastruktur (Gebäude und Sortiereinrichtungen) zu investieren.

Laut DHL ist dabei Ziel, die Bearbeitungskapazität um mehr als 50 Prozent zu steigern. Die neue Logistikfläche soll ca. 40.000 qm umfassen und bis Ende 2014 fertig sein. Insgesamt sollen damit 150.000 Express-Sendungen pro Stunde abgefertigt werden können.

Durch die Erweiterung der Sortiereinrichtungen sollen bis zu 400 neue Arbeitsplätze entstehen, wobei aktuell am Standort ca. 3.500 Arbeitsplätze bei DHL existieren.

Seit 2008 wurden am DHL-Frachtdrehkreuz ca. 500 Mio. Euro durch DHL investiert.