Groß Dölln – einst Landebahn für BURAN

Vom einst größten Militärflugplatz Europas zum Fahrsicherheits-Zentrum und Solarpark. Lange galt „Groß-Dölln“ als Synonym einer gigantischen Fliegerbasis der 16. Luftarmee der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD). Zu Beginn der 1950er Jahre nahe der brandenburgischen Kleinstadt Templin in den Weiten der Uckermark errichtet, wurde der Flugplatz bis 1994 von der Westgruppe der Truppen (WGT) als Fliegergarnison genutzt. Jahrzehnte als Stationierungsort für Jagdfliegereinheiten verwendet, wurde der Platz – bis zum Ende der militärischen Nutzung 1994 – zuletzt durch Su-22M4 des 20. Jagdbombenfliegerregimentes der Westgruppe der Truppen belegt. Das beeindruckende am einstigen Flugplatz waren seine gigantischen Dimensionen. Die Haupt-Start- und Landebahn (90/ 270°) hatte eine nahezu unglaubliche Ausdehnung von 3.600 m x 96 m! Zudem hatte allein bereits die Ersatz- Start- und Landebahn (10/ 190°) die Ausmaße eines vollwertigen Militärflugplatzes. Ein Grund für die Erweiterungen der Betriebsflächen in den 1980er Jahren soll die Zielsetzung gewesen sein, den Flugplatz als Ausweichlandeplatz für die geplante sowjetische Raumfähre Buran vorzuhalten. Nach 1994 erfolgte seitens der brandenburgischen Luftfahrtbehörde die Widmung als Sonderlandeplatz (ICAO EDUT), so dass die Nutzungsart Flugplatz – direkt anschließend an die militärische Nutzung – bis dahin nie obsolet wurde. Dies galt bis 2012, als die offizielle Endwidmung als Flugplatz erfolgte. Bis dahin war jedoch die fliegerische Nutzung stets marginal und – bis auf sehr vereinzelte Rundflüge – tatsächlich nahezu nicht existent. Heute werden die Flächen des ehemaligen Flugplatzes als Fahrsicherheitszentrum und Rennstrecke  sowie seit 2012 als Grundlage für einen der größten Solarparks Deutschlands genutzt. Die Aufnahme zeigt die vormalige Start- und Landebahn sowie die Rollwege und Abstellflächen, die heute nahezu vollkommen mit Photovoltaikanlagen überbaut sind.

Templin/ Gross Dölln © airport-regional.de 2015