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Flugplatz Strausberg/ EDAY – Wirtschaftsstandort in MOL

Der Verkehrslandeplatz Strausberg (im Landkreis Märkisch-Oderland/ MOL) ist ein Unternehmen der Stadtwerke Strausberg GmbH. In 2007 wurde die heute als ‚Strausberger Flugplatz GmbH‘ bezeichnete Betreibergesellschaft aus der Stadtwerke Strausberg GmbH ausgegründet. Am Flugplatz Strausberg sind mehrere Luftfahrtunternehmen angesiedelt, die Flugausbildung und Vercharterung anbieten. Am Flugplatz werden Rund-, Foto- sowie Mess- und Taxiflüge durchgeführt. Das bekannteste Unternehmen der Luftfahrtindustrie am Flugplatz Strausberg ist der Leicht-Flugzeug­hersteller Stemme, der seine Motorsegelflugzeuge weltweit vertreibt. Mit der Vintage-Aircraft GmbH ist weiterhin ein Unternehmen am Flugplatz angesiedelt, das Rundhangars als Einstellhallen v. a. für Flugzeuge herstellt. Im zum Flugplatz zugehörigen ‚Gewerbegebiet Flugplatz’ sind des weiteren auch Unternehmen des produzierenden Gewerbes und der Dienstleistungsbranche angesiedelt. Das dem Flugplatz zugehörige Gewerbegebiet umfasst ca. 92.000 m², wobei bereits ca. 87.000 m² vermietet oder verkauft sind und die Auslastungsquote etwa 95 % beträgt. Je nach Erschließungsgrad sowie land- bzw. luftseitiger Anbindung kostet der Quadratmeter im Gewerbepark etwa 18,00 bis 22,50 Euro. Im Gewerbegebiet sind über 20 Unternehmen mit circa 180 Mitarbeitern angesiedelt. Das benachbarte 2,5 ha große Gewerbegebiet Strausberg-Nord wurde seit 1993 erschlossen. Insgesamt sind hier derzeit 40 kleinere Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen mit zusammen etwa 530 Arbeitsplätzen angesiedelt. Etwa 50 % des Gewerbegebietes sind verkauft bzw. durch Erbpacht vergeben. Die Gewerbeflächen des GE-Gebietes Strausberg-Nord sowie die Gewerbeflächen des Flugplatzes werden heute gemeinsam vermarktet.

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Flugplatz Strausberg/ EDAY – Infrastruktur

Der Verkehrslandeplatz Strausberg (EDAY) befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Strausberg im Landkreis Märkisch-Oderland, etwa 20 km vom östlichen Berliner Stadtrand entfernt. Ab Mitte der 1920er Jahre war Strausberg ein bedeutender Standort des Segelflugsportes, ab Mitte der 1930er Jahre bis zum Kriegsende wurde hier ein Fliegerhorst der Deutschen Luftwaffe betrieben. Bis 1952 durch sowjetische Truppen belegt, war der Flugplatz in der Folgezeit Stationierungsort der Kasernierten Volkspolizei (KVP) Luft, woraus später die Luftstreitkräfte der NVA hervorgingen. Bis 1992 von der Bundeswehr weitergeführt, erhielt der Flugplatz Strausberg 1992 den Status eines Verkehrslandeplatzes (VLP) und diente ab dieser Zeit vorrangig der Geschäfts-, Sport- und Freizeitluftfahrt. 1999 erfolgten durch den Bau eines neuen Towergebäudes, einer weiteren Abstellhalle sowie einer Luftfahrzeugtankstelle. Im gleichen Jahr wurde die Erneuerung der Befeuerungsanlagen der Start- und Landebahn realisiert. In den Jahren der zivilen Nutzung seit 1992 wurden bis 2006 etwa 8 Mio. € in den Erwerb, die Erhaltung und die bisherigen Ausbaumaßnahmen der Flugbetriebsanlagen investiert.

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Nach dem gesellschaftlichen Umbruch ab 1990 erfolgten für den Flugplatz Strausberg viele luftrechtliche Änderungen. Die erwähnte Einstufung als VLP erfolgt am 30. Juni 1992 durch Genehmigung als Landeplatz des allgemeinen Verkehrs für die Durchführung von Flügen nach Sichtflugregeln. Anfang 1999 wurde der – aus Zeiten der ehemaligen DDR – bestehende Baubeschränkungsbereich der Klasse B in gleicher Form und Abmessung übernommen. Ebenfalls zu Beginn 1999 wurde die Zulassung der genehmigten Luftfahrzeugarten um Luftschiffe und Flugzeuge bis zu einem zulässigen Höchstabfluggewicht (MTOW) von 8 Tonnen erweitert. Die unbefestigte Segelflugbetriebsfläche darf seit 1999 von Motorflugzeuge bis 2 t MTOW genutzt werden. In 2001 wurden die Flugplatzgrenzen geändert, das Rollbahnsystem erweitert, die ehemalige Gras-SLB 17/35 entwidmet sowie der Baubeschränkungsbereich der Klasse B an das geänderte SLB-System angepasst. Die aktuelle luftrechtliche Genehmigung beruht auf der (alten) RL für die Genehmigung der Anlage und den Betrieb von Landeplätzen für Flugzeuge (NfL I-278/ 68). Die gesamte Flugplatzanlage von Strausberg ist derzeit entsprechend der Parameter für einen Landeplatz nach Klasse 2 genehmigt. Nur die befestigte Haupt-SLB 05/23 entspricht gem. o. g. Richtlinie der Klasse 1. Die Einstufung in Klasse 1 wird nach der Richtlinie NfL I-278/ 68 (gem. Pkt. IV 1.1) dann erreicht, wenn die Länge der SLB mind. 900 m beträgt. Hinzu kommen spezielle Aufschläge für besondere geografische Voraussetzungen auf die theoretische Mindestlänge der SLB am jeweiligen Flugplatz. Die theoretische Berechnung ergibt mit allen spezifischen Aufschlägen für den Standort eine SLB-Länge von 1.070 m. Die Klasse 1 der SLB wird in Strausberg daher erreicht, weil die bestehende SLB eine Länge von 1.200 m aufweist. Die Breite der SLB 05/ 23 beträgt 28 m und entspricht damit der Klasse 2 (für die Einstufung in die Klasse 1 wäre eine Bahnbreite von mind. 30 m erforderlich). Die Tragfähigkeit der SLB sollte bei Einstufung in Klasse 1 für Flugzeuge bis 12.000 t MTOW geeignet sein. Bezüglich Länge und Tragfähigkeit genügt damit die heute bestehende Haupt-SLB den Anforderungen der Klasse 1 gem. alter Richtlinie. Der VLP Strausberg umfasst heute mit allen Flugbetriebsflächen, dem Flugplatz-Gewerbegebiet und zwei weiteren unbebauten Arealen eine Gesamtfläche von ca. 143 ha. Aktuell verfügt der Platz über zwei befestigte Vorfelder. Zum einen am Terminal mit 2 mittelgroßen Standplätzen von jeweils 40 x 50 m. Das zweite Vorfeld bildet das Hallenvorfeld mit Luftfahrzeugstandplätzen und einer Größe von insgesamt 30 x 80 m. Neben den bereits genannten baulichen Anlagen verfügt der Flugplatz über ein modernes Abfertigungsgebäude für Passagiere und Besatzungen, über Diensträume für Luftaufsicht und Mitarbeiter sowie über Konferenz- und Büroräume. Neben zwei großen Einstellhallen befinden sich am östlichen Vorfeld zudem zwei Rundhallen für die Unterbringung von Flugzeugen.

 

Groß Dölln – einst Landebahn für BURAN

Vom einst größten Militärflugplatz Europas zum Fahrsicherheits-Zentrum und Solarpark. Lange galt „Groß-Dölln“ als Synonym einer gigantischen Fliegerbasis der 16. Luftarmee der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD). Zu Beginn der 1950er Jahre nahe der brandenburgischen Kleinstadt Templin in den Weiten der Uckermark errichtet, wurde der Flugplatz bis 1994 von der Westgruppe der Truppen (WGT) als Fliegergarnison genutzt. Jahrzehnte als Stationierungsort für Jagdfliegereinheiten verwendet, wurde der Platz – bis zum Ende der militärischen Nutzung 1994 – zuletzt durch Su-22M4 des 20. Jagdbombenfliegerregimentes der Westgruppe der Truppen belegt. Das beeindruckende am einstigen Flugplatz waren seine gigantischen Dimensionen. Die Haupt-Start- und Landebahn (90/ 270°) hatte eine nahezu unglaubliche Ausdehnung von 3.600 m x 96 m! Zudem hatte allein bereits die Ersatz- Start- und Landebahn (10/ 190°) die Ausmaße eines vollwertigen Militärflugplatzes. Ein Grund für die Erweiterungen der Betriebsflächen in den 1980er Jahren soll die Zielsetzung gewesen sein, den Flugplatz als Ausweichlandeplatz für die geplante sowjetische Raumfähre Buran vorzuhalten. Nach 1994 erfolgte seitens der brandenburgischen Luftfahrtbehörde die Widmung als Sonderlandeplatz (ICAO EDUT), so dass die Nutzungsart Flugplatz – direkt anschließend an die militärische Nutzung – bis dahin nie obsolet wurde. Dies galt bis 2012, als die offizielle Endwidmung als Flugplatz erfolgte. Bis dahin war jedoch die fliegerische Nutzung stets marginal und – bis auf sehr vereinzelte Rundflüge – tatsächlich nahezu nicht existent. Heute werden die Flächen des ehemaligen Flugplatzes als Fahrsicherheitszentrum und Rennstrecke  sowie seit 2012 als Grundlage für einen der größten Solarparks Deutschlands genutzt. Die Aufnahme zeigt die vormalige Start- und Landebahn sowie die Rollwege und Abstellflächen, die heute nahezu vollkommen mit Photovoltaikanlagen überbaut sind.

Templin/ Gross Dölln © airport-regional.de 2015